Identität & Resonanz #3: Hartmut Rosa, Mut zum Klartext, Holismus

Herzlich willkommen zur

dritten Ausgabe unseres Newsletters,

schön, dass Sie ihn abonniert haben! Diesmal fassen wir uns hier in der Anmoderation kurz, denn unser Newsletter ist dieses Mal sehr wortreich ausgefallen… Man möge es uns verzeihen, aber wir können einfach nicht stillhalten und möchten Sie mitnehmen zu dem, was uns besorgt oder beflügelt.

In der Hoffnung, dass unser Beitrag Ihre Zeit verdient, wünschen wir Euch und Ihnen viel Freude bei der Lektüre – verbunden mit herzlichen Grüßen,

Bettina Dornberg und Christoph Berdi

Inspiration

 

Wir besuchten zusammen mit Erich Colsman, Co-Autor unseres Buches „Die Werttreiber. Plädoyer für ein holistisches Unternehmertum“, ein Podiumsgespräch mit dem bekannten Soziologen Hartmut Rosa. Anlass war die lit.COLOGNE; für die Moderation zeichnete die Journalistin und Podcasterin Stephanie Rohde verantwortlich. Das Thema setzte Rosas neues Buch: „Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums.“

Hartmut Rosa auf der lit.COLOGNE 

Wir drei waren regelrecht euphorisiert von dieser gelungenen Veranstaltung. Warum? Weil Rosa uns hoch engagiert und nicht müde werdend immer wieder verdeutlicht, wie elementar es ist, in Resonanz zu bleiben – mit anderen, mit der Welt, mit uns selbst, mit unserer Kreativität – ach, mit so vielem. Ein essenzieller Appell, sind wir doch im Begriff, uns selbst zu Vollziehenden, zu Regelbefolgenden und zu Abarbeitenden zu degradieren und uns als Handelnde zu verzwergen.

Wie unser Spielraum schwindet

Zunehmende Regulatorik, bürokratische und algorithmische Systeme, Ja/Nein-Abstimmungen und binäre Klicklogiken führen dazu, dass unser Entscheidungsspielraum schwindet und wir uns als ohnmächtig empfinden. Wir entmündigen uns selbst. So hat sich Rosa – neben vielen anderen konkreten Beispielen – so wunderbar über den VAR im Fußball, also die Videoschiedsrichter im „Kölner Keller“, aufgeregt: Urteilskraft, Fingerspitzengefühl und Augenmaß – der zutiefst menschliche Dreiklang für eine individuelle und verantwortliche Entscheidungsfindung – verlieren an Bedeutung. Und jede Form eines subversiven Elements geht verloren. Mit anderen Worten: Wir schaffen moderne Systeme, die Misstrauen und Unsicherheit säen in unser situatives Urteilsvermögen, das eben weder berechenbar noch skalierbar ist. Wir ersetzen es durch Regeln, Standards, Verordnungen, Kennzahlen und Algorithmen. Tragisch. Menschen verlernen, sich bewusst anders – im Zweifel eben zugewandt – und eigenverantwortlich zu entscheiden. Sie gewöhnen sich an Vollzug und erleben ihre eigene Abweichung von der vermeintlichen Norm als potenzielles Risiko.

Das Subversive ist die Fähigkeit, sich von Situationen und damit von Menschen, Dingen, Erlebnissen berühren zu lassen und anders zu handeln, als es die allgegenwärtigen, kleinteiligen Vorschriften, die jeweiligen Konstellationen, vorsehen.

  • Wann haben Sie das letzte Mal erlebt, dass Sie lieber anders und frei entschieden hätten, als Ihnen es feste Vorgaben diktiert haben?
  • Wann haben Sie sich verunsichern lassen in Ihrem Bauchgefühl, das Ihrer reinen Vernunft widersprach? Wann haben Sie die Ausnahme gewählt, statt die Regel befolgt?
  • Wo handeln Sie selbst lieber ‚subversiv‘ statt konform?

Was uns in diesem Kontext ausnehmend gut gefällt: Bei Wahlen und Umfragen zeigt die taz in ihren Diagrammen die AfD nicht – wie sonst üblich – in hellblau, sondern in braun. Ein herrlich subversives Element, das nach Nachahmung ruft.

Wir sind, alle drei, bekennende Fans von Hartmut Rosa. Deshalb spielen seine Gedanken zu Resonanz, Beziehung und Unverfügbarkeit in unserem Buch “Die Werttreiber” auch eine wichtige Rolle.

Impuls

 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und unser Gehirn liebt Kohärenz. Wir neigen dazu, uns schnell anzupassen und an etwas zu gewönnen, selbst wenn es unseren Werten, Einsichten und sogar der faktischen Realität widerspricht. Was uns nervt, ärgert und beunruhigt, sickert allzu schnell in den Hintergrund. Zurück in unserer Komfortzone, nehmen wir die Störer und Warnsignale von gestern nicht mehr ernst. Kein Wunder, dass sich Unrecht veralltäglicht und Ohnmacht breit macht.

Auf medialer, politischer und unternehmerischer Ebene lässt sich das spielend aufzeigen:

  • Nicht beim Überfall der USA auf Venezuela, nicht beim US-israelischen Krieg gegen den Iran, nicht beim Gaza-Krieg – nur bei Russlands Krieg gegen die Ukraine wird mit dem Begriff der Völkerrechtsverletzung operiert. Und genau hier legte gerade erst unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Finger in die Wunde. „Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender, wenn wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen.“ Dafür wurde er umgehend gescholten. Dabei hat er – hier schließen wir uns dem Kommentar der Berliner SZ-Korrespondentin Sina-Maria Schweikle an – „nur das getan, was seine Aufgabe als überparteiliche Instanz ist: ethischen Fragen der Politik nicht auszuweichen und sein stärkstes – und einziges Mittel zu nutzen: das gesprochene Wort“.
  • Und: Welche demokratischen Politikerinnen und Politiker thematisieren ernsthaft nach der Landtagstagwahl in Rheinland-Pfalz, dass die AfD dort die eigentliche Wahlsiegerin ist: Sie hat die meisten Zugewinne und das höchste Ergebnis in westdeutschen Landtagen erreicht, ist Siegerin in der jüngsten Wählerinnenkohorte und stellt mit Abstand die größte Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag. Laut Prognosen zur Landtagswahl im September in Sachsen-Anhalt stellt sie dort sogar die Regierung. Die politische Reaktion darauf gleicht leider nur dem Pfeifen im Walde.
  • In wie vielen Unternehmen sind Diversitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen sang- und klanglos eingemottet worden, seit Trump und Konsorten und in ihrem Kielwasser viele andere extrem rechte Politiker*innen sowie selbst die EU und die Bundesregierung zum Rückzug geblasen haben? Hier zeigt sich, wer Rückgrat hat und Zukunft gestalten will, wer seinen Werten treu bleibt. Und wer stattdessen froh ist, all diesen „Kram“ wieder einzupacken, sich die Überzeugungs- und Konzeptarbeit spart und lieber den Weg des geringsten Widerstands geht.

Klartext reden – das ist das normative, nachahmenswerte Ideal in Politik, in den Medien, in den Unternehmen, in der Gesellschaft. Nachvollziehbar begründet – das ist es, was Bewegung entfaltet und Vertrauen wie Glaubwürdigkeit auf allen Ebenen schafft.

Information

 

Anfang März hat Benjamin Otto die Führung und Hauptverantwortung für die Otto Group von seinem Vater Michael Otto als Vorsitzender des Stiftungs- und Gesellschafterrats übernommen. Und jetzt erschien sein Buch: „Holismus. Lösungen für eine glückliche Zukunft. Ein ganzheitlicher Blick auf Unternehmen, Ökosysteme und die Menschheit.“ Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Erscheinen unseres Buches „Die Werttreiber. Plädoyer für ein holistisches Unternehmertum“, das wir zusammen mit Erich Colsman geschrieben haben.


Benjamin Otto, Holismus

Wir haben uns Ottos Buch umgehend gekauft und quergelesen… Auch wenn wir uns mehr Tiefgang gewünscht hätten – diese Kritik sei uns erlaubt –, so freuen wir uns doch sehr darüber, dass holistische Grundideen für den unternehmerischen Alltag aktuell von prominenter Seite propagiert werden.

Nachwort

Vielleicht wird aus holistischer Perspektive ja nachvollziehbar, warum wir in unserem Newsletter den Blick weit offenhalten und Themen ansprechen, die über unsere konkreten Arbeitsprojekte hinausreichen. Bei uns hat das Methode und erzählt von unserer Haltung:

Wir berücksichtigen in der Arbeit mit unseren Klient*innen immer den Kontext, der sowohl persönlich wie professionell als auch gesamtgesellschaftlich mitschwingt.

Identität & Resonanz #2: Rita Süssmuth, Unbranding, KI, Nachhaltigkeit

Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe unseres Newsletters,

schön, dass Sie ihn abonniert haben!

Urlaub zu machen als Freiberufler*innen bedeutet immer wieder eine kleine Herausforderung, nicht doch ein klein wenig zu arbeiten und in Mails zu spicken. Diesen Monat ist es uns gelungen, das (fast) zu unterlassen. Wir haben Sonne, Ruhe, Weite und die Natur mit blühenden Mandelbäumen zutiefst genossen und – geschrieben. An persönlichen Blogbeiträgen und Essays. Sei es, um Texte zu finalisieren, die schon länger im Computer schlummerten, oder auch völlig spontan – aus aktuellem Anlass.

Professor Dr. Rita Süssmuths Tod war solch ein Moment. Ein zutiefst trauriger. Ich lernte sie persönlich kennen in meiner damaligen Rolle als Kommunikationschefin der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland. Das war vor mehr als 20 Jahren. Noch vor fünf Jahren lud ich sie aufs Podium einer von mir initiierten Veranstaltung der Düsseldorfer Soroptimisten in den Industrieclub der Stadt ein (siehe Bild).

Bettina Dornberg (l.) im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth

Hier geht es zu meinem spontanen, persönlichen Nachruf auf die von mir so geschätzte Politikerin.

Am Dienstag dieser Woche fand der Trauerstaatsakt zu Ehren von Rita Süssmuth im Bundestag statt. Auf ihren Wunsch hin hielt der Journalist und Autor Prof. Heribert Prantl neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Kanzler Friedrich Merz seine Trauerrede, die wir Ihnen sehr ans Herz legen möchten. Hier ab Minute 45. Es tut so gut, eine völlig freie Rede eines journalistischen Kollegen zu hören, der auf die wunderbare – durchaus legitime – Idee kam, Rita Süssmuth schlichtweg posthum zur fünften Mutter des Grundgesetzes der Bundesrepublik zu erheben… Solche klugen, kritischen Korrektive sind bitter nötig in einer lebendigen Demokratie. Rita Süssmuth bleibt als unermüdliche Kämpferin dafür für immer unsterblich.

Nun geht’s aber weiter mit unserem zweiten Newsletter „Identität & Resonanz“ – wie gehabt unter den Überschriften Impuls, Inspiration und Information.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen,

Bettina Dornberg – natürlich auch im Namen von Christoph Berdi

Inspiration

Hollywood-Star Matthew McConaughey ist bekannt als Hauptdarsteller in erfolgreichen Kinofilmen wie „Interstellar“, „The Lost Bus“ und „Dallas Buyers Club“. In letzterem mimt er einen an AIDS erkrankten Elektriker so überzeugend, dass er dafür den Oscar für die beste Hauptrolle einheimste. Solch anspruchsvolle Rollen hat er seinem Mut zum Risiko zu verdanken. Denn die Traumfabrik hatte anderes mit ihm vor. Sie hatte ihn Anfang der 2000er-Jahre in die Schublade der romantischen Komödie gesteckt. Als es schien, dass er dieser Karrierefalle nicht entkommen konnte, zog er sich zurück und wartete. Und wartete.

Okay, das muss man sich auch leisten können. Aber zwei Jahre lang lehnte McConaugheys jedes leichtfüßige Skript und sogar ein Angebot mit 14,5 Millionen Dollar Gage ab. Das, so sagte er im vergangenen Jahr in der Graham Norton Show (BBC), war wohl der Moment, in dem Hollywood seine unterschwellige Botschaft verstand: „Oh, McConaughey is not bluffing.“ Zwei Monate später trudelten die Angebote ein, auf die er gehofft hatte. Killer Joe. Mud. Magic Mike. Dramatische, anspruchsvolle, charakterstarke Rollen. „Sie wären nicht reingekommen, wenn ich mich nicht 20 Monate unbranded hätte“, erzählt er. Manchmal zahlt es sich aus, sich strategisch rar zu machen.

Anders gesagt: Unbranding gehört zum Instrumentenkasten der persönlichen Positionierung.

Impuls

Künstliche Intelligenz durch den Filter des gesunden Menschenverstands betrachten. Das ist unser Credo im Umgang mit dieser zweifellos transformativen Technologie. Einem Kollegen bei der Agentur Scholz & Friends gefiel der Spruch so gut, dass er freundlich fragte, ob er ihn adoptieren dürfe. Darf er. Und wir empfehlen diese Haltung all unseren Kund*innen sowie den Menschen in unseren privaten Umfeldern. Nicht als Beruhigungsmittel, sondern als Plädoyer für einen faktenbasierten Blickwinkel. Es gilt, genau hinzusehen, sich schlau zu machen und im Gespräch zu bleiben.

Allzu leicht vernebelt der unkritische Hype die Sicht. Schließlich zieht der immense und permanente Bedarf an Investorengeldern auch eine Flut an überzogenen Botschaften und Leistungsversprechen nach sich. Entsteht da eine Blase? Wer weiß. Gleichzeitig darf man sich nichts vormachen: Die Weiterentwicklung der KI erfolgt rasant, im Zweifel exponentiell. Was heute noch nicht gut oder gar nicht funktioniert, kann morgen schon Realität sein. Über kurz oder lang wird jeder Job, jeder Prozess von KI beeinflusst und verändert, optimiert oder schlichtweg wegrationalisiert.

So viel zu lernen und zu verstehen wie möglich ist deshalb das Gebot der Stunde. Die Leistungsangebote der Zukunft sind Bundles aus menschlicher und künstlicher Intelligenz. Darauf müssen sich Unternehmen, die Organisationen der Zivilgesellschaft, Selbstständige und Mitarbeitende einstellen. Der gesunde und – Achtung, Spoiler – auch geschulte und damit für uns immer kritische Menschenverstand ist nicht die schlechteste Orientierungshilfe für eine Welt mit allgegenwärtiger KI. Und Futter für eine notwendig unbequeme Haltung…

Information

En vogue ist es gerade nicht, für eine verantwortungsvolle und vor allem im sozialen wie ökologischen Sinne nachhaltige Wirtschaft einzutreten. Derzeit werden Klimaschutz und Ressourcenschonung gerne gegen Wachstum, Effizienz und Wohlstand ausgespielt. Dass daraus allenfalls Milchmädchenrechnungen resultieren, die nur aufgrund der externalisierten sowie in die Zukunft aufgeschobenen Umweltkosten vordergründig aufgehen, interessiert eher wenige. Wundersam wie verstörend. Vor fünf Jahren war ambitioniertes Nachhaltigkeitsmanagement noch Mainstream. Umso mehr freut es uns, wenn Beratungen oder Unternehmen nicht lockerlassen und Nachhaltigkeit als strategische Aufgabe begreifen. Egal, wie der Wind gerade weht oder welche kruden Narrative durch die Märkte geistern.

E-Book-Nachhaltigkeit

Deshalb unterstützen wir gerne redaktionell Projekte wie das E-Book Nachhaltigkeit der Allfoye Managementberatung und damit verbundene, starke Case Studys für das Onlinemagazin „Mittelstand heute“. Klickt einfach mal auf die Links und schaut es Euch an. Dabei dürfte deutlich werden: Konsequente Nachhaltigkeit ist kein Gutmenschentum und auch keine grüne Ideologie, sondern betriebswirtschaftlich relevant.

Und nicht zu vergessen: Noch zwei Monate, dann hat Deutschland vermutlich schon wieder seinen nationalen Earth Overshoot Day erreicht. Meint: Wir werden in weniger als einem Vierteljahr schon wieder alle erneuerbaren Ressourcen der Erde, die wir aufgrund der Bevölkerungszahl theoretisch pro Jahr nutzen dürfen, verbraucht und konsumiert haben. Das gefährdet Zukunft, nicht die Investitionen in Nachhaltigkeit.

Identität & Resonanz #1: Vikingur Olafsson, Wahljahr 2026, über uns

Herzlich willkommen zu unserem Newsletter,

schön, dass Sie ihn abonniert haben!

Mit uns verhält es sich nicht anders als mit dem Schuster und seinen Sohlen. Sie wissen sicher, was jetzt kommt – das alte Sprichwort: „Der Schuster hat die schlechtesten Leisten.“ Außerdem heißt es, Lehrer seien privat die miesesten Pädagogen, Beziehungsexperten versagten bei ihren Liebsten. Ob es immer so stimmt, ist die Frage. Tja – gesichert ist, dass wir unsere eigenen identitätsstiftenden Aktivitäten vernachlässigt haben. Nun denn – Erkenntnis heißt Fortschritt.

Unsere neue Website – die alte haben wir im jugendlichen Alter von zwölf Jahren in Rente geschickt – ist online. Endlich beherzigen wir selbst, was wir unseren Kund*innen seit jeher zu Identität und Positionierung, Kommunikation und Resonanz vermitteln. Das hat etwas von Selbstfürsorge und fühlt sich gut an.

Gleichzeitig gehen wir mit der Premiere unseres Newsletters „Identität & Resonanz“ einen Schritt weiter: Unter den drei Überschriften Impuls, Inspiration und Information möchten wir Monat für Monat ebenso anregende wie reflektierende Themen und Gedanken mit Ihnen teilen.

Damit genug der Vorrede, los geht´s,

herzlich

Bettina Dornberg und Christoph Berdi

Inspiration

Den isländischen Pianisten Vikingur Ólafsson inspirierte die Farbe Grün für sein aktuelles Album Opus 109 – sein Herzstück von Ludwig van Beethoven gab den Titel –, erschienen bei Deutsche Grammophon.

Wir beide sind bekennende Fans dieses präzisen, sensibel synästhetischen Interpreten, der eben, sobald er den Ton E hört, grün sieht. Ob E-Dur- oder E-Moll-Tonart: Ihm erscheint Grün in allen Nuancen – von hell leuchtend bis dunkelst-sumpfig. Das hat sicher mit seiner Heimat, seiner Herkunft, mit seiner Identität zu tun… 

Vikingur Olafsson, Opus 109

Auch ohne die Fähigkeit zu besitzen, gleichzeitig zwei Sinnesreize zu spüren und Töne, Worte oder Zahlen als Farben wahrzunehmen, liegt hier die Inspiration, es einmal umzudrehen:

Nicht nachzudenken, welche Wörter welche Assoziation, was für ein Bauchgefühl, welche Stimmigkeit stiften sollen. Sondern es umzudrehen und sich zunächst einmal zu trauen, den eigenen primären Empfindungen nachzuspüren, bevor Sie es mit passgenauen Worten verknüpfen. Welchen Duft lieben Sie, wie schmeckt er? Welche Musik lieben Sie, was hören Sie? Welche Kunst interessiert Sie, wie spricht sie zu Ihnen?

Auch auf solch eine Weise kann sich genau hier ein sprachlicher Kosmos von Einzigartigkeit, von Individualität und Persönlichkeit eröffnen, der es wert ist, identitätsstiftend erschlossen zu werden.

Impuls

Was uns beschäftigt, ist die Tatsache, dass vier Landtagswahlen (in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt), drei Kommunalwahlen(Bayern, Hessen, Niedersachsen) und die Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin auf der diesjährigen Agenda stehen.

Behält die Sonntagsfrage recht, die der AfD Erfolge zwischen 19 und 38 Prozent beschert? Oder siegt doch die kollektive Vernunft, die nicht erlaubt, dass mitunter antidemokratische, eindeutig rechtsradikale und in Teilen rechtsextreme Kräfte noch mehr Sitze gewinnen, künftig Bürgermeister stellen oder Regierungsverantwortung auf Landesebene übernehmen?

2026 ist ein Schlüsseljahr, in dem wir wieder an Demonstrationen gegen die extreme Rechte teilnehmen werden und uns ehrenamtlich engagieren. 

Unser Appell an alle überzeugten Demokratinnen und Demokraten ist, nicht stillzuhalten: im Gespräch über Teilhabe, Vielfalt und Gesellschaft bleiben, sich in öffentliche Diskurse einmischen, Compliance und Werte bei Unternehmen in den kommunikativen Fokus nehmen sowie die rote Karte zeigen, wenn Menschenwürde, Diversität und Pluralismus bedroht werden.

Information

 

Zur Premiere möchten wir in dieser Rubrik von uns erzählen. Starten wir damit, was wir nicht sind: eine Agentur. Vielmehr sind wir beide Freelancer, Soloselbständige mithin, die fall- und projektweise kooperieren, wenn es für unsere Kundinnen und Kunden Sinn ergibt.

Uns eint die Liebe zur Sprache sowie zu journalistischer Sorgfalt und Qualität. Und die Überzeugung, dass auch Organisationen und Unternehmen eine Persönlichkeit haben, eine geteilte Identität, die Ausgangspunkt einer erfolgversprechenden Kommunikation ist. Von all dem handelt unser neuer Website-Auftritt – nicht fancy und modisch, sondern bewusst in klassischer Gestaltung und Farbcodierung sowie mit persönlichem Touch in der Illustration. Und mit der Times New Roman als durchgängige Schriftart – ein liebevoller Wink an unsere jeweilige Zeit in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen.

Wir bringen dieselben Werte, aber verschiedene Qualifikationen, Kernkompetenzen und inhaltliche Vorlieben in unsere gemeinsame Arbeit ein. Folgen wir darüber hinaus einem von uns sehr geschätzten Wissenschaftler, der während der gemeinsamen Arbeit in einem Biografie-Projekt folgenden Satz geprägt hat, dann funktioniert das für unsere Kundinnen und Kunden gut:

„Bettina Dornberg ist die Seele und Christoph Berdi das Herz der Identitätsstifter.“

Schön, oder?

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Resonanz!