Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe unseres Newsletters,

schön, dass Sie ihn abonniert haben!

Urlaub zu machen als Freiberufler*innen bedeutet immer wieder eine kleine Herausforderung, nicht doch ein klein wenig zu arbeiten und in Mails zu spicken. Diesen Monat ist es uns gelungen, das (fast) zu unterlassen. Wir haben Sonne, Ruhe, Weite und die Natur mit blühenden Mandelbäumen zutiefst genossen und – geschrieben. An persönlichen Blogbeiträgen und Essays. Sei es, um Texte zu finalisieren, die schon länger im Computer schlummerten, oder auch völlig spontan – aus aktuellem Anlass.

Professor Dr. Rita Süssmuths Tod war solch ein Moment. Ein zutiefst trauriger. Ich lernte sie persönlich kennen in meiner damaligen Rolle als Kommunikationschefin der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland. Das war vor mehr als 20 Jahren. Noch vor fünf Jahren lud ich sie aufs Podium einer von mir initiierten Veranstaltung der Düsseldorfer Soroptimisten in den Industrieclub der Stadt ein (siehe Bild).

Bettina Dornberg (l.) im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süssmuth

Hier geht es zu meinem spontanen, persönlichen Nachruf auf die von mir so geschätzte Politikerin.

Am Dienstag dieser Woche fand der Trauerstaatsakt zu Ehren von Rita Süssmuth im Bundestag statt. Auf ihren Wunsch hin hielt der Journalist und Autor Prof. Heribert Prantl neben Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Kanzler Friedrich Merz seine Trauerrede, die wir Ihnen sehr ans Herz legen möchten. Hier ab Minute 45. Es tut so gut, eine völlig freie Rede eines journalistischen Kollegen zu hören, der auf die wunderbare – durchaus legitime – Idee kam, Rita Süssmuth schlichtweg posthum zur fünften Mutter des Grundgesetzes der Bundesrepublik zu erheben… Solche klugen, kritischen Korrektive sind bitter nötig in einer lebendigen Demokratie. Rita Süssmuth bleibt als unermüdliche Kämpferin dafür für immer unsterblich.

Nun geht’s aber weiter mit unserem zweiten Newsletter „Identität & Resonanz“ – wie gehabt unter den Überschriften Impuls, Inspiration und Information.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen,

Bettina Dornberg – natürlich auch im Namen von Christoph Berdi

Inspiration

Hollywood-Star Matthew McConaughey ist bekannt als Hauptdarsteller in erfolgreichen Kinofilmen wie „Interstellar“, „The Lost Bus“ und „Dallas Buyers Club“. In letzterem mimt er einen an AIDS erkrankten Elektriker so überzeugend, dass er dafür den Oscar für die beste Hauptrolle einheimste. Solch anspruchsvolle Rollen hat er seinem Mut zum Risiko zu verdanken. Denn die Traumfabrik hatte anderes mit ihm vor. Sie hatte ihn Anfang der 2000er-Jahre in die Schublade der romantischen Komödie gesteckt. Als es schien, dass er dieser Karrierefalle nicht entkommen konnte, zog er sich zurück und wartete. Und wartete.

Okay, das muss man sich auch leisten können. Aber zwei Jahre lang lehnte McConaugheys jedes leichtfüßige Skript und sogar ein Angebot mit 14,5 Millionen Dollar Gage ab. Das, so sagte er im vergangenen Jahr in der Graham Norton Show (BBC), war wohl der Moment, in dem Hollywood seine unterschwellige Botschaft verstand: „Oh, McConaughey is not bluffing.“ Zwei Monate später trudelten die Angebote ein, auf die er gehofft hatte. Killer Joe. Mud. Magic Mike. Dramatische, anspruchsvolle, charakterstarke Rollen. „Sie wären nicht reingekommen, wenn ich mich nicht 20 Monate unbranded hätte“, erzählt er. Manchmal zahlt es sich aus, sich strategisch rar zu machen.

Anders gesagt: Unbranding gehört zum Instrumentenkasten der persönlichen Positionierung.

Impuls

Künstliche Intelligenz durch den Filter des gesunden Menschenverstands betrachten. Das ist unser Credo im Umgang mit dieser zweifellos transformativen Technologie. Einem Kollegen bei der Agentur Scholz & Friends gefiel der Spruch so gut, dass er freundlich fragte, ob er ihn adoptieren dürfe. Darf er. Und wir empfehlen diese Haltung all unseren Kund*innen sowie den Menschen in unseren privaten Umfeldern. Nicht als Beruhigungsmittel, sondern als Plädoyer für einen faktenbasierten Blickwinkel. Es gilt, genau hinzusehen, sich schlau zu machen und im Gespräch zu bleiben.

Allzu leicht vernebelt der unkritische Hype die Sicht. Schließlich zieht der immense und permanente Bedarf an Investorengeldern auch eine Flut an überzogenen Botschaften und Leistungsversprechen nach sich. Entsteht da eine Blase? Wer weiß. Gleichzeitig darf man sich nichts vormachen: Die Weiterentwicklung der KI erfolgt rasant, im Zweifel exponentiell. Was heute noch nicht gut oder gar nicht funktioniert, kann morgen schon Realität sein. Über kurz oder lang wird jeder Job, jeder Prozess von KI beeinflusst und verändert, optimiert oder schlichtweg wegrationalisiert.

So viel zu lernen und zu verstehen wie möglich ist deshalb das Gebot der Stunde. Die Leistungsangebote der Zukunft sind Bundles aus menschlicher und künstlicher Intelligenz. Darauf müssen sich Unternehmen, die Organisationen der Zivilgesellschaft, Selbstständige und Mitarbeitende einstellen. Der gesunde und – Achtung, Spoiler – auch geschulte und damit für uns immer kritische Menschenverstand ist nicht die schlechteste Orientierungshilfe für eine Welt mit allgegenwärtiger KI. Und Futter für eine notwendig unbequeme Haltung…

Information

En vogue ist es gerade nicht, für eine verantwortungsvolle und vor allem im sozialen wie ökologischen Sinne nachhaltige Wirtschaft einzutreten. Derzeit werden Klimaschutz und Ressourcenschonung gerne gegen Wachstum, Effizienz und Wohlstand ausgespielt. Dass daraus allenfalls Milchmädchenrechnungen resultieren, die nur aufgrund der externalisierten sowie in die Zukunft aufgeschobenen Umweltkosten vordergründig aufgehen, interessiert eher wenige. Wundersam wie verstörend. Vor fünf Jahren war ambitioniertes Nachhaltigkeitsmanagement noch Mainstream. Umso mehr freut es uns, wenn Beratungen oder Unternehmen nicht lockerlassen und Nachhaltigkeit als strategische Aufgabe begreifen. Egal, wie der Wind gerade weht oder welche kruden Narrative durch die Märkte geistern.

E-Book-Nachhaltigkeit

Deshalb unterstützen wir gerne redaktionell Projekte wie das E-Book Nachhaltigkeit der Allfoye Managementberatung und damit verbundene, starke Case Studys für das Onlinemagazin „Mittelstand heute“. Klickt einfach mal auf die Links und schaut es Euch an. Dabei dürfte deutlich werden: Konsequente Nachhaltigkeit ist kein Gutmenschentum und auch keine grüne Ideologie, sondern betriebswirtschaftlich relevant.

Und nicht zu vergessen: Noch zwei Monate, dann hat Deutschland vermutlich schon wieder seinen nationalen Earth Overshoot Day erreicht. Meint: Wir werden in weniger als einem Vierteljahr schon wieder alle erneuerbaren Ressourcen der Erde, die wir aufgrund der Bevölkerungszahl theoretisch pro Jahr nutzen dürfen, verbraucht und konsumiert haben. Das gefährdet Zukunft, nicht die Investitionen in Nachhaltigkeit.